Vollzugscontrolling - Landschaft

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Auch im Bereich Landschaft sind überall dort die Gemeinden die Hauptadressaten der Planungsanweisungen des Richtplans, wo es gilt, Vorgaben des Richtplans durch die Nutzungspläne der Gemeinden grundeigentumsverbindlich umzusetzen (Objektblätter L1.1, L1.2: Ausweisung von Uferschutzzonen, L2.1: Sicherung der Landwirtschaftszonen, L2.2: Sicherung der Fruchtfolgeflächen, L3.2: Ausweisung von Landschaftsschutzzonen etc.). Die Umsetzung dieser Anweisungen und der Planungsgrundsätze wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens durch die kantonalen Behörden überprüft. Mit Ausnahme einiger Gemeinden im Bezirk Laufen weisen alle Gemeinden des Kantons eine flächendeckende Zonenplanung für ihr Landschaftsgebiet auf.

Die Naturgefahrenkarten (Objektblatt L1.3) wurden in drei Etappen resp. sechs Losen in den Jahren 2007-2011 flächendeckend für den ganzen Kanton erstellt. Zur Unterstützung der Gemeinden bei der Umsetzung der Naturgefahrenkarte in ihre kommunale Zonenplanung wurde 2011 eine Wegleitung herausgegeben.

Fruchtfolgeflächen können durch eine Planung oder ein Vorhaben konsumiert werden, sofern der Bedarfsnachweis erbracht, die Standortgebundenheit gegeben ist und eine Gesamtinteressenabwägung durchgeführt wurde (Objektblatt L2.2). Ab einer Fläche von 5'000 m2 muss der Verlust an Fruchtfolgeflächen kompensiert werden. Seit Inkrafttreten des Richtplans wurden in vier Gemeinden insgesamt rund 2,5 ha FFF konsumiert und durch Ersatz-flächen kompensiert.

Die Waldentwicklungspläne (WEP) sind das Planungsinstrument im Wald auf regionaler Stufe und zeigen für das jeweilige Waldgebiet auf, wie der Wald die an ihn gestellten Ansprüche (Nutz-, Schutz- und Wohlfahrtsfunktion) nachhaltig erfüllen kann. Die Erarbeitung der WEPs schreitet unter Mitwirkung der lokalen Interessengruppen plangemäss voran (Objektblatt L2.3 Wald). Alle Planungsgebiete mit Ausnahme von "Liestal und Umgebung" und "Diegtertal" besitzen mit Stand Ende 2014 einen rechtskräftigen WEP. Bei der Erarbeitung der WEPs haben neben den Themen der Holznutzung und der verschiedenen Schutzfunktionen auch die Aspekte der zunehmenden Erholungs- und Freizeitnutzung einen hohen Stellenwert.
Der Regierungsrat nimmt die Naturobjekte von nationaler und regionaler Bedeutung in das Inventar der geschützten Naturobjekte des Kantons Basel-Landschaft auf (Objektblatt L3.1 Vorranggebiet Natur).
Bis Ende 2014 waren etwa 8,4% der Kantonsfläche (rund 4'325 ha) mittels Aufnahme ins Inventar der geschützten Naturobjekte unter Schutz gestellt, davon 3'550 ha im Wald. Dies entspricht einem Anteil von rund 16,5% an der gesamten Waldfläche des Kantons und stellt landesweit einen Spitzenwert dar.

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Fläche der Aufnahmen ins Inventar der geschützten Naturobjekte 2007-2014

Mit dem Programm "Ökologischer Ausgleich im Landwirtschaftsgebiet" (neu seit 2014: Biodiversität und Landschaftsqualität im Landwirtschaftsgebiet) konnten weitere ökologisch wertvolle Flächen vertraglich gesichert werden. Rund 80% der Landwirtinnen und Landwirte beteiligen sich daran. Auf rund 2'388 ha Landwirtschaftsland, rund 11% der landwirtschaftlichen Nutzfläche, konnten Vereinbarungen zwecks Förderung der Biodiversität abgeschlossen werden.
Für die Erarbeitung des Konzeptes zur grossräumigen Vernetzung der Naturräume im Kanton (Objektblatt L3.1 Vorranggebiet Natur) wurde Ende 2013 ein Ideenwettbewerb durchgeführt. Nach der Bewertung der vorgestellten Projekte/Arbeiten im Jahre 2014 wurde die Erarbeitung des Konzepts an ein Büro vergeben, welches seine Konzeptarbeit im Jahr 2015 beginnt.
Seit mehr als 10 Jahren trifft sich der Runde Tisch "Sport und Naturschutz" in der Regel zweimal jährlich zum Austausch und zur Besprechung von aktuellen Fragen im Spannungsfeld von Freizeit- und Erholungsnutzung und Naturschutzanliegen (Objektblätter L3.1 Vorranggebiet Natur, L4.2 Freizeitanlagen im Nichtsiedlungsgebiet). Der Regierungsrat sieht vor, den Runden Tisch zu einer regierungsrätlichen Kommission mit Antragsrecht aufzuwerten.