Innenentwicklungspotenziale (IEP)

Mit Objektblatt S 2.1 Siedlungsentwicklung nach innen hat der Landrat den Planungsgrundsatz "Innenentwicklung vor Aussenentwicklung" festgesetzt. Gleichzeitig hat er den Gemeinden den Auftrag erteilt, bei Einzonungen aufzuzeigen, welche inneren Reserven vorhanden sind und wie die Gemeinden die Reserven in Wert zu setzen gedenken.

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Zukünftige Nutzungsart und Fläche in IEP


Das Amt für Raumplanung unterstützt die Gemeinden für diesen Auftrag, indem die Innenentwicklungspotenziale (IEP) alle zwei Jahre im Kontext der Bauzonenstatistik erhoben werden. Diese Erhebung umfasst neben Lage und Umfang der Flächen auch die aktuelle und die angestrebte Nutzung dieser Potenzialgebiete.
Ingesamt wurden 2014 IEP im Umfang von 450 ha identifiziert, wovon gut 300 ha überbaut waren. Knapp 200 ha dieser IEP lagen in Wohn-, Wohnmisch- und Zentrumszonen, gut 180 ha in Arbeitszonen, 60 ha in OeWA und 10 ha in übrigen Bauzonen.
Die Gemeinden streben in den IEP eine Fläche von insgesamt 335 ha für Wohnnutzung, 100 ha für Arbeitsnutzung und rund 5 ha für OeWA an (vgl. Abb. oben). Die übrigen Flächen wurden nicht definiert.
Dies bedeutet, dass auf den Flächen der IEP per Saldo weitere 80 ha an reinen Arbeitszonen und gut 50 ha an OeWA für Wohnnutzungen umgezont werden. Aus der Abbildung unten geht zudem hervor, dass im Birstal und im Raum Rheintal/Hülften vor allem Arbeitszonen (72 ha), im Leimental hauptsächlich OeWA (20 ha) zugunsten von Wohnen umgenutzt werden. Das Leimental ist somit der einzige Raum, in dem keine Arbeitszonen zu Wohnzonen umgenutzt werden.

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Aktuelle Nutzungsart und Fläche der zukünftigen Zonen für Wohnnutzung in IEP


Die bereits bebauten IEP sind denn auch in der Summe recht gut erschlossen. 38% der angestrebten Wohnnutzungsflächen und 36% der angestrebten Arbeitsnutzungsflächen weisen ein gute (B) oder sehr gute (A) ÖV-Güteklasse auf. 66% der Wohnflächen und 62% der reinen Arbeitsflächen sind mindestens mässig gut (C) bis sehr gut (A) erschlossen. Nur gerade 10% der Wohnflächen und 5 % der Arbeitsflächen gelten als sehr schlecht oder nicht mit dem ÖV erschlossen (E bzw. ausserhalb).
Was dies bedeutet, lässt sich aus dem Vergleich mit den unüberbauten Bauzonenreserven ableiten:
Die noch vorhandenen unüberbauten Zonen für Wohnnutzung und auch für Arbeitsnutzung sind gerade mal zu 28% bzw. 30% mit einer mässig (C) bis guten (B) ÖV-Erschliessungsqualität bedient, während umgekehrt 34% der unüberbauten Zonen für Wohnnutzung und 30% für Arbeitsnutzung eine sehr geringe ÖV-Erschliessungsgüte (E) aufweisen oder gar nicht erschlossen sind. Der Anteil an sehr gut erschlossenen (A) unüberbauten Standorten für Wohnen und Arbeiten ist vernachlässigbar.

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Unbebaute Bauzonen und bebaute IEP differenziert nach Nutzungsart und ÖV-Güteklasse im Vergleich